Textkörper formatieren
- Mit Formatvorlagen arbeiten
- Schriftart, Schriftgröße und Zeilenabstand
- Blocksatz oder Flattersatz?
- Silbentrennung
- Absätze und Absatzkontrolle
- Einzüge und Abstände
Mit Formatvorlagen arbeiten
Bist du mit dem Grund-Layout für dein Taschenbuch zufrieden, kannst du dich dem Textkörper widmen. Dort formatierst du den Fließtext, indem du eine Schriftart, Schriftgröße, Zeilenabstand usw. wählst. Damit dir das alles mit einem Klick gelingt, markierst du erst den gesamten Text und ordnest ihn dann der Formatvorlage Standard zu. Und so geht’s:

- [Strg] + [a]
- Rechtsklick auf Standard
- Ändern …
- Schrift, Schriftgröße und Blocksatz auswählen
- Format
- Absatz …
- Sondereinzug, Abstand und Zeilenabstand einstellen
Schriftart, Schriftgröße und Zeilenabstand
Für den Textkörper empfiehlt sich beim gedruckten Buch meist eine Serifenschrift (das sind Schriften mit kleinen Füßchen an den Buchstaben-Enden). Dazu zählt zum Beispiel die Times New Roman. Die Schriften ohne Füßchen heißen Grotesk. Zu ihnen zählen etwa die Schriftarten Arial oder Calibri.
Aber wann setzt du nun welche Schrift ein? Serifenschriften lassen sich bei gedruckten Büchern angenehmer lesen als serifenlose Schriften und kommen besonders beim linearen Lesen zum Einsatz, also in Romanen und textlastigen Büchern. Arbeitest du hingegen nur mit kleinen Textblöcken und möchtest deinem Buch einen sachlichen oder modernen Touch geben, können sich auch serifenlose Schriften für den Textkörper eignen. Möchtest du keine Schriftart wählen, die Word bereits standardmäßig anbietet, kannst du auf Google nach (z. B. kostenlosen) „Fonts“ suchen.
Beispiele für beliebte und gut lesbare Serifenschriften sind: Garamond, Baskerville, Bembo, Bodoni, Caslon, Centaur, Minion, Palatino, Sabon, Walbaum u. v. a. m. Gerade mit der Garamond für den Textkörper liegen Selfpublisher:innen beim Taschenbuch quasi nie falsch.
Das 1 x 1 der Schrift für Selfpublisher:innen
- Wenn du eine Lizenz für einen Font (Schriftart bzw. Schrifttyp) erwirbst, achte darauf, dass er für kommerzielle Zwecke freigegeben ist und alle Sonderzeichen abdeckt, die du verwendest.
- Falls du kein Layout-Profi bist: Wähle für den Fließtext eine Serifenschrift, für die Überschriften eine serifenlose (= Groteske). Zwei Schriften genügen in der Regel für dein Buch.
- Die Schriftgröße hängt von der jeweiligen Schrift und deinem Format ab. Bei Romanen, Sachbüchern und Ratgebern liegst du allerdings oft zwischen 10 und 11,5 Punkten gut.
- Ein einfacher Zeilenabstand (= 1) wirkt meist sehr gedrängt, ein Zeilenabstand von 1,5 zu luftig. Meist liegt man um die 1,2 richtig.
- Mit Textauszeichnungen, insbesondere fett ausgezeichneten Wörtern und Sätzen, sollten sich Autor:innen zurückhalten. Weniger aufällig sind kursive Auszeichnungen. Aber Vorsicht: Nutze dafür am besten einen echten Kursivschnitt.
Der passende Font und die richtige Schriftgröße im Kinderbuch
Dass Kinder besonders auf eine gut lesbare Schrift angewiesen sind, sollte sich auch in der Schriftgröße niederschlagen. Wenn du ein Kinderbuch selbst formatierst, solltest du die Schrift darum etwas großzügiger setzen, zum Beispiel auf 12, 13, 14 oder sogar 16 Punkt. Wichtig ist auch ein größerer Zeilenabstand (z. B. 1,5-fach). Für Kinder ab 10 Jahren kannst du wieder kleiner werden.

Für geübte junge Leser:innen (ab 8 Jahren oder spätestens ab 10 Jahren) eignet sich eine gut lesbare Serifenschrift wie Garamond oder auch Bookman, Century Schoolbool, Georgia, Minion.
Bei wenig Text und für Leseanfänger:innen wird von Pädagog:innen eine serifenlose Schrift empfohlen. Ein Klassiker dafür ist die AG Schoolbook oder die Comic Sans. Allerdings wurde Letztere bereits so oft genutzt, dass sie von Profis nicht mehr ernsthaft in Erwägung gezogen wird. Für welche Schrift du dich auch entscheidest: Achte darauf, dass die Buchstaben nicht zu schmal gesetzt sind und sie sich deutlich voneinander unterscheiden lassen (besonders: l, 1 und I).
Blocksatz oder Flattersatz?
Ob du Blocksatz oder Flattersatz für deinen Textkörper wählst, entscheidet wesentlich darüber, wie dein Buch wirkt. Für Romane, deine Autobiografie, Sachbücher und auch Ratgeber, die nicht mehrspaltig gesetzt sind, empfiehlt sich grundsätzlich Blocksatz, da so ein ruhigeres Schriftbild entsteht. Wenn dein Buch allerdings mehrspaltig angelegt ist oder du mit sehr vielen grafischen Elementen und kurzen Texteinschüben arbeitest, kann Flattersatz sinnvoller sein.
Silbentrennung in Word: automatisch und manuell
Wenn du für dein Buch Blocksatz wählst, solltest du auf jeden Fall die automatische Silbentrennung in Word aktivieren. Ansonsten können sich unschöne Lücken im Wortzwischenraum bilden.
Und so geht’s: Layout > Silbentrennung > Automatisch

In den Silbentrennungsoptionen kannst du zusätzlich zum Beispiel einstellen, wie viele Trennstriche untereinander aufeinanderfolgen dürfen.
Manuell bei der Silbentrennung und Zeilenumbruch nachjustieren
Auch wenn die automatische Silbentrennung in den meisten Fällen problemlos funktioniert, kann es passieren, dass ein Trennstrich an einer falschen Stelle gesetzt wurde oder du einen zusätzlichen setzen möchtest. Dafür gibt es drei Kniffe:
- Weichen Trennstrich setzen: Mit [Strg] + [Alt] + [-] setzt du einen bedingten Trennstrich, der nur sichtbar wird, wenn das Wort tatsächlich in die nächste Zeile umgebrochen wird.
- Zeilenumbruch verhindern: Wenn du nicht möchtest, dass der Text an einer bestimmten Stelle in die nächste Zeile umbricht, setzt du ein geschütztes Leerzeichen mit [Strg] + [Shift] + [Leertaste]. Das empfiehlt sich zum Beispiel bei Seitenangaben, Gedankenstrichen und Abkürzungen (z. B., u. a., u. v. m., S. 12).
- Wort aus der automatischen Silbentrennung herausnehmen: Markiere das Wort, das du nicht an dieser Stelle trennen möchtest. Klicke in der Leiste unten auf deine eingestellte Sprache und setze ein Häkchen bei Rechtschreibung und Grammatik nicht prüfen.

Absätze und Absatzkontrolle
Absätze erlauben es dir, die Kapitel deines Taschenbuchs angenehm für deine Leser:innen zu gliedern. Hast du einen Sondereinzug eingestellt und den Zeilenabstand zum Beispiel auf 1,2 gesetzt, brauchst du im Textkörper keinen besonderen Abstand mehr zwischen den Absätzen. Du belässt ihn auf 0 cm.
Word sorgt außerdem bereits in der Standardeinstellung dafür, dass kein neuer Absatz in der letzten Zeile der Seite beginnt (sog. Schusterjunge, Waise) und auch kein Absatz am Anfang der neuen Seite endet (sog. Hurenkind, Witwe). Die Absatzfunktion kannst du so überprüfen: Rechtsklick in den Absatz > Zeilen- und Seitenumbruch > Absatzkontrolle.

Szenentrenner
Bei sehr langen Kapiteln und besonders in der Belletristik helfen Szenentrenner dein Buch zu strukturieren. Diese werden klassisch durch drei Sternchen (***) dargestellt, die zentriert sind. Du kannst aber auch ein anderes Schmuckelement oder Piktogramme dafür nutzen. Zum Beispiel stellt Word selbst im Menü „Einfügen“ geeignete Piktogramme zur Verfügung (aber: rechtlich abklären, ob deine Lizenz die kommerzielle Verwendung abdeckt). Vor und nach dem Szenentrenner solltest du einen Abstand einfügen.
Für (zukünftige) Profis: Und sonst so?
Echte Layout-Profis spielen mit der Laufweite von Schriften, setzen z. T. schmale Leerzeichen, achten darauf, dass nicht zu viel Leerraum innerhalb einer Zeile, nach einem Kapitelende oder vor einer Grafik entsteht und dass die Textzeilen auf der Vor- und Rückseite einer Seite parallel laufen. Auch hier gibt es für Word einige Kniffe. Allerdings kommt das Programm und die Anleitung bei diesen Fragen auch langsam auch an ihre Grenzen. Wer Perfektion beim Satzspiegel sucht und viele Grafiken, Eyecatcher und Co frustfrei einbinden möchte, für den empfiehlt sich beispielsweise Adobe InDesign.
Einzüge und Abstände
Bei deinem Taschenbuch solltest du am Anfang eines neuen Absatzes einen Einzug setzen. Allerdings nicht immer. Am Anfang von Kapiteln oder nach Leerzeilen und Aufzählungen steht kein Einzug. Du setzt also nur einen Einzug, wenn sich unmittelbar davor ein ganz regulärer Absatz befindet.
Beim Formatieren der Taschenbücher sollte der Einzug so groß ausfallen, dass sich deine Leser:innen gut orientieren können und er nicht unabsichtlich gesetzt wirkt. Du kannst je nach Schriftgröße und Zeilenabstand zum Beispiel 5–7 mm ausprobieren.
Und so geht’s: Absatz > Sondereinzug > Erste Zeile > Um: 0,5 cm


